SIE LESEN DIESEN TEXT
UND HABEN KEINE FAHRKARTE DABEI?
Das macht 40 €!“

Wenn Sie sich fragen, wieso Sie für das Lesen dieses Textes eine Fahrkarte – und nicht etwa eine Lesebrille – dabei haben sollen, so sind Sie gerade auf die Frage der Kontextbezogenheit von Texten gestoßen. Hätten Sie den Text statt in einem Blogpost dort gelesen, wo er ursprünglich veröffentlicht wurde, nämlich in einem öffentlichen Verkehrsmittel, ständen Sie nun vor anderen Fragen: Rettet Sie der Besitz einer Fahrkarte davor, die 40 € bezahlen zu müssen, obwohl Sie vergessen haben, die Fahrkarte abzustempeln? Werden Sie sich selbst anzeigen, falls kein Kontrolleur Ihr Schwarzfahren bemerkt? Nehmen Sie sich vor, das Schwarzfahren „irgendwie wieder gut zu machen“, um diesen Vorsatz zu vergessen, sobald Sie Ihre Fahrt beendet haben? Oder gehen Sie davon aus, dass das Verkehrsunternehmen durch Ihre eine unbezahlte Fahrt schon nicht zugrunde gehen wird? Würden Sie auch dann noch davon ausgehen, wenn Ihr Handeln als allgemeines Beispiel von allen Fahrgästen nachgeahmt würde? Oder betrachten Sie sich insofern als privilegiert, als das Recht zum (wenigstens einmaligem) Schwarzfahren nur Ihnen und nicht den anderen Fahrgästen zusteht?
Möglicherweise fahren Sie grundsätzlich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sind die vorangehenden Fragen dann für Sie irrelevant?

Wirklich?



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