Musik ist ein Zusammenspiel von Tönen. Töne klingen. Jeder Ton hat zwei grundlegende Eigenschaften: Er hat eine bestimmte Tonhöhe, auf der er erklingt, und er erklingt über eine bestimmte Zeitspanne, hat also eine Dauer. Beide Eigenschaften versuchen wir in der Notenschrift festzuhalten und aus ihr herauszulesen. Notenschrift ist keine neue Erfindung. Bereits in der griechischen Antike wurde ein Tonsystem mit dazugehöriger Notation entwickelt. Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert wurden verschiedene Notenschriften genutzt, die sich sowohl in der Fixierung der Tonhöhen als auch der rhythmischen Darstellung der Töne unterscheiden. Als erste Notationszeichen entwickelten sich die Neumen. Die Neumen deuten im wesentlichen Melodieverläufe, melodische Floskeln an. Sie waren wohl hauptsächlich eine Memorierhilfe für den einstimmigen gregorianischen Choral. Exakte Tonhöhen und Tondauer werden durch Neumen nicht erfasst. Daher eignen sie sich auch nicht für die Darstellung mehrstimmiger Musik.

Csg-0391_009Abb. 1 Neumen,  Codex St. Gallen 391, p. 9

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