Asyl – Nein!“

Genau. Das Boot ist voll. Wir können nicht für die ganze Welt zahlen. Wir werden völlig überfremdet.
Im Grunde genommen sind wir allerdings gar kein Boot, sondern ein demokratischer Rechtsstaat. Und wir wollen eine verantwortungsvolle politische Rolle in der menschlichen Staatengemeinschaft spielen. Nebenbei sind wir einer der weltweit größten Waffenhersteller. Wo aber Waffen sind, gibt es immer Menschen, die sie auch einsetzen wollen. Und jeder Waffeneinsatz bringt Menschen dazu, ihre Heimatregion zu verlassen und anderswo Asyl zu suchen. Und dennoch werden wir nicht völlig überfremdet, wir sind es immer schon, denn das Fremde wird sich immer ausdifferenzieren. In jeder Gruppe gibt es Mitglieder, die anders sind. Die fremd scheinen und ausgegrenzt werden. Die Ausländer, die Asylanten, die Frauen, die Hexen, die Linkshänder, die Geistesgestörten, die Juden, die Alten, die Dementen, die …, denen die Schuld daran zugeschrieben wird, dass wir uns verunsichert fühlen, weil sie nicht unseren gewohnten Mustern entsprechen – und wir nicht ihren. Ist das nicht ein feiner Grund, sich die Köpfe gegenseitig einzuschlagen? Zur Stärkung und Durchsetzung unserer Muster, die wir vor allem dadurch erkennen, dass andere ihnen nicht folgen.

Asyl – Nein? Weh uns, sollten wir mal auf die Hilfe anderer angewiesen sein.



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